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19.02.2021

»Es reicht - jetzt machen wir es selbst« - Stadt schaltet eigene Impfhotline

CELLE. „Wir lösen unsere Versprechen ein und lassen unsere Seniorinnen und Senioren nicht allein“, so Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge. „Das haben wir seit Beginn der Anti-Corona-Impfungen in Celle angekündigt.“ Und den Worten sollen jetzt weitere Taten folgen.

„Mir reicht das jetzt“, betont Nigge und meint damit das Desaster um die Impf-Hotline des Landes. „Ich rede von überlasteten Telefonleitungen, bei denen die Menschen entweder gar nicht zu einem Ansprechpartner gelangen oder erst nach langem, nervenzehrenden Warten durchkommen. Zudem ist es mir unverständlich, wie man allen Ernstes von alten Menschen verlangen kann, sich online einen Listenplatz im Impfportal Niedersachsen zu reservieren? Es dürfte auch dem Sozialministerium kein Geheimnis sein, dass die Menschen dieser Generation nicht unbedingt zu denen gehören, welche mit PC und Smartphone groß geworden sind. Wer dabei nicht auf Kinder oder Enkel zurückgreifen kann, der wird hier schlichtweg abgehängt.“ Und selbst diese können oftmals nur den Kopf schütteln über die komplexe Anmeldung.

"Wenn es dem Land nicht gelingt, dann eben uns als Kommune"

Von daher ist es auch kein Wunder, dass bei der Hotline des städtischen Seniorenbeirates in den letzten zwei Wochen die Drähte förmlich glühten. Täglich suchten bis zu 200, teils verzweifelte Menschen, Rat und Hilfe, da sie fürchteten, beim Impfen auf der Strecke zu bleiben. Für Nigge eine traurige Situation, die ihn zum Handeln veranlasst. „Wenn es dem Land nicht gelingt, dann eben uns als Kommune“, ist der OB optimistisch. „Wobei zu hinterfragen ist, warum das Land nach drei Wochen es immer noch nicht für nötig hält, die Vorgänge einfacher zu gestalten. Das scheinbare Desinteresse an unseren älteren Menschen ist für eine Sozialministerin blamabel.“

Start am 23. Februar - Anruf unter 12 50 50

Ab Dienstag, 23. Februar, startet die Stadtverwaltung mit einer eigenen Impfhotline. Über diese können sich Seniorinnen und Senioren einen Platz auf der Warteliste sichern, indem die Mitarbeiter ihnen am Telefon die Anmeldung organisieren.
Unter 12 50 50 stehen montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr fünf Telefonleitungen für Anrufe bereit. Dahin können sich alle wenden, die aktuell nach einen Impftermin ersuchen und noch nicht auf der Warteliste geführt werden. Derzeit sind das die Personen, die 80 Jahre und älter sind. Die städtischen Mitarbeiter - verstärkt durch das Team der Freiwilligenagentur KELLU - nehmen die Anrufe entgegen, die persönlichen Daten der Bürger auf und erfassen diese auf dem Impfportal des Landes. Damit bekommen die Anrufenden einen Platz auf der offiziellen Warteliste.

Diese Infos werden gebraucht

Welche Infos müssen zwingend abgefragt werden? Das erklärt Matthias Peters, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales: „Wir brauchen Name, Anschrift, Geburtsdatum und Postleitzahl. Dann fragen wir noch, ob es Tage gibt, an denen die Impflinge keine Zeit haben. Das war´s!“
Und falls mal der Anrufbeantworter drangeht? „Dann sollten die Anrufenden diesen ohne Scheu besprechen, das heißt Namen und Telefonnummer hinterlassen“, rät Peters. Denn die Stadt ruft zurück.
OB Nigge hofft, dass mit dieser Initiative vielen Menschen geholfen werden kann. „Ich wünsche allen Impfwilligen viel Erfolg und gute Gesundheit!“



Quelle: Pressestelle